Die Golfetikette
Um Golf sicher, ungestört und bei einem gepflegten Platzzustand spielen zu können, braucht es die Mithilfe und die Aufmerksamkeit von allen Personen die sich auf einer Golfanlage aufhalten und bewegen. Die üblichen Golfregeln regeln das Spiel selbst, die Golfetikette beschreibt das erwünschte Verhalten am Golfplatz. Kompakt zusammengefasst der wichtigsten Punkte können wir unser Verhalten in 4 wesentliche Bereiche aufteilen:
Sicherheit am Platz
Der Golfsport wird in einer wunderschönen und sehr gepflegten Natur ausgeübt. Bäche, Teiche, Seen, Büsche, Sträucher und Bäume ergänzen die Spielbahnen. Hier findet man Ruhe und Entspannung, einen Ausgleich zur Hektik und dem täglichen Stress im Leben. Trotz der angenehmen Ruhe und man könnte fast sagen "exklusiven Umgebung", kann es auf einer Golfanlage jederzeit zu gefährlichen Situationen kommen. Denn die Geschwindigkeit und Härte eines Golfballs wird meistens unterschätzt und damit steigt die Gefahr für jeden der sich auf einem Golfplatz befinden. Die größte Unbekannte ist aber, dass niemand, nicht einmal die besten SpielerInnen der Welt, im Vorhinein sagen können, wo ein Schlag am Ende genau landet.
Deshalb: "Gilt höchste Vorsicht und achte stets darauf, dass .....!!!
- du deinen Golfball erst spielst, wenn du sicher bist, dass die beabsichtigte Landezone frei ist
- du deinen Ball auf ein Grün schlägst, wenn sich niemand mehr darauf oder in der Nähe befindet
- du bei Probeschwüngen auf deine Schwungrichtung achtest und niemand damit gefährdest
- du niemals zu knapp bei einem Spieler vorbei gehst der gerade seinen Golfschläger schwingt
Warnruf: Auch wenn man sehr vorsichtig ist, kann immer wieder jemand in Gefahr geraten. Dafür gibt es den Warnruf "FORE". Fore schreit man ganz laut und zwar der gesamte Flight, um andere damit zu warnen. Bei windigen Verhältnisse muss das sehr laut geschehen. So nebenbei, den Warnruf kann man auch verwenden, wenn man im Spiel gestört wird!
Ungestörtes Spielen
Golf ist ein Spiel das höchste Konzentration benötigt und man sich permanent fokussieren muss. Jede unnötige Ablenkung und Störung beeinflusst das Spiel negativ und schadet somit auch dem Ergebnis. Ist ein Spieler bereits in Vorbereitung auf seinen nächsten Schlag oder schon bei der Durchführung seines Schlages darfst du ihn auf keinen Fall stören. Zwischenreden, mit etwas rascheln, am Golfbag herumfummeln, telefonieren ist nicht sehr beliebt. Zu nahe am Spieler oder seiner Puttlinie stehen wird ebenfalls nicht gern gesehen. Am Abschlag stehen wir idealerweise "Face to Face", wenn es gar nicht anders geht im Rücken des Spielenden, aber niemals in der Verlängerung zur Spielrichtung. Manche SpielerInnen reden wenig oder gar nicht, manche reden viel oder sehr viel, jeder hat so seine Art. Wird manches zu störend, machen wir die Person höflich darauf aufmerksam. Was gar nicht geht ist übermäßiges Ärgern, unangenehmes Schimpfen, lautes Fluchen, das Verwenden von Gewaltausdrücken oder Schläger werfen. Auch das Spieltempo kann stören! Zügiges Spielen schreibt die Golfregel vor, hetzen, zu langsames Spielen oder unnötiges langes Suchen von Bällen ist nicht erwünscht bzw. laut den Regeln manches gar nicht gestattet. Wenn es die Auslastung des Platzes zulässt, lasst du schnellere SpielerInnen überholen oder du versuchst das Tempo des Flights vor dir zu halten.
Grundsätzlich ist Golfen ein Gesellschaftsspiel. Eine gute Gelegenheit, um mit Familie, Freunde oder Bekannte gemeinsam auf die Runde zu gehen oder eventuell Fremde kennenzulernen. Ideal um sich dabei zu unterhalten, um zu lachen, interessante Gespräche zu führen, sich auszutauschen, die wunderschöne Natur zu genießen, abzuspannen, aufzuladen, sich sportlich zu bewegen und vieles mehr.
Platzpflege
Nicht nur in Wimbledon ist der grüne Rasen heilig auch beim Golfen ist es so!
Die Pflege eines Golfrasens ist eine endlose und aufwendige Arbeit. Viel Know-how ist notwendig um den gewünschten Standard zu erreichen und extrem schwer diesen über eine ganze Saison zu halten. Das Greenkeeperteam mit seinem Headgreenkeeper an der Spitze sind die sogenannten Heinzelmännchen am Golfplatz. Sie sorgen dafür, dass die Spielflächen jeden Tag, zu jeder Zeit, in einem tadellosen Zustand sind, damit GolferInnen schon beim Anblick und natürlich im Spiel viel Freude haben. So mancher ärgert sich darüber, dass schon wieder ein Greenkeeper mit dem Mäher seinen Weg kreuzt, der Bunker irgendwie aussieht, Mähgut herumliegt, die Grüns zu langsam oder zu schnell sind usw. Aber sind wir mal ehrlich, nicht mal zu Hause schaffen wir es, dass unser Rasen jeden Tag perfekt ist und wie soll so was möglich sein, wenn man mehr als 50ha Tag für Tag pflegen muss. Diese Arbeit ist sehr mühevoll, braucht sehr viel Zeit, einiges an Man-Power, aber vor allem viel Geduld. Denn das Gras lebt, reagiert schnell auf die unterschiedlichsten Witterungen und ist in Wahrheit extrem empfindlich. Vielleicht sollte man nicht immer gleich dem Rasen oder der Pflege Schuld geben an unserem nicht gelungenem Spiel, es könnte vielleicht auch an deinem Können und Spielvermögen liegen, oder?
Wie auch immer, wir die den Platz benützen, müssen genauso darauf achten und dazu beitragen, um weiterhin viel Freude beim Golfspielen zu haben!!
Dazu gehören vor allem 3 essentielle Tätigkeiten:
- Pitchmarke sofort und richtig ausbessern, wenn möglich auch jene die jemand anderer übersehen hat
- Divots sofort und wie es sich gehört mit den Wurzeln nach unten zurücklegen und fest drauf treten
- Bunkerspuren umgehend, ordentlich und mit beiden Händen am Rechen beseitigen, eventuell auch übersehene Spuren
Hinweis: den Bunkerrechen anschließend parallel zum Bunkerrand im Bunker ablegen!
Allgemeines
Dresscode - Golfbekleidung für GolferInnen
Bei der Golfmode hat sich in den letzten Jahren sehr vieles getan und verändert. Die neue moderne Fashion liegt immer im Trend und ist damit ziemlich schick. Die Bekleidung schillert oft in den buntesten Farben, es werden hochwertige, atmungsaktive und pflegeleichte Stoffe bevorzugt. Sie sind bequem zu tragen, sitzen gut und schauen zu gleich, sowohl sportlich, als auch elegant aus. Die Ansprüche bzw. Wünsche der Kunden bezüglich der Materialien und Verarbeitung sind gestiegen und damit auch die Preise der Textilien. Obwohl mittlerweile bei der Mode vieles erlaubt ist, sollten wir weiterhin darauf achten, das "Tradition & Kultur", die über Jahrhunderte gewachsen ist, nicht verloren gehen. Deshalb gibt es ein paar NO-GOS für das Erscheinungsbild am Golfplatz:
- keine Bluejeans oder Hotpants
- keine Straßen- oder Turnschuhe
- keine typischen Ruderleibchen oder T-Shirts
Benützen und Abstellen von Trolley oder Golfcart
Bei der Benützung des Golftrolleys vermeide das Befahren von Abschlägen, Bunkern, Wasserhindernissen (Penalty Area), neugestaltete Bereiche (Boden in Ausbesserung) und insbesondere Grüns und Vorgrüns. Immer wieder kommt es gelegentlich vor, dass zwischen dem Grünbunker und dem Grün extrem wenig Platz vorhanden ist, diesen engen Bereiche meide besten. Biotops (geschützte Landschaftsflächen) dürfen auf keinen Fall befahren und im strengsten Fall gar nicht betreten werden.
Für die Verwendung eines Golfcart gilt im Grunde das Selbe! Ergänzend dazu ist zu vermerken, dass auf Grund der Belastung des Bodens durch ein Golfcart, diese grundsätzlich weiter weg von Abschlägen und Grüns platziert werden, als ein Trolley. Hier siegt der menschliche Verstand!
Auf manchen Golfplätze gilt die Vorschrift "Golfcart nur auf den befestigten Wegen", daran sollte man sich unbedingt halten. Sind Richtungsschilder platziert, wie zum Beispiel "Cart links" oder "Cart rechts" oder "Trolley Stop" halte dich daran.
Probeschwünge
Wie oben im Text bereits erwähnt, das Wichtigste bei Probeschwüngen, achte auf die Schwungrichtung damit du niemanden gefährdest bzw. verletzt. Es könnte vorkommen, dass du etwas am Boden liegend übersiehst und jemand anderen ins Gesicht schlägst oder sich gar ein Schlägerkopf löst oder ein Schaft bricht, solche Zwischenfälle können übel ausgehen. Achte immer darauf, dass du niemals zu Nahe an einem Spieler vorbei gehst. Wirst du von einem schwingender Schläger getroffen könnte es sehr schmerzlich enden.
Probeschwünge sind laut Reglement überall erlaubt, studiere aber die Golfregeln, denn es kann trotzdem durchaus zu Strafschlägen kommen (z.B. Schwungerleichterung). Abschläge sollte man unbedingt schonen, das bedeutet bei Probeschwünge, wenig bis gar keinen Bodenkontakt!
Anmerkung: Divots am Abschlag brauchst du nicht zurücklegen. Es spricht aber überhaupt nichts dagegen, größere bzw. tiefere Divots zurückzulegen!
Etikette auf der Drivingrange
Auf der Drivingrange bzw. Übungsanlage halte dich an folgende Punkte:
- verwende zum Üben auf der Drivingrange nur die Rangebälle des Clubs
- die Rangebälle sind Eigentum des Clubs und stehen nur zur Verwendung auf der Range und im Übungsbereich zur Verfügung
- zum Üben am Übungsgrün kannst du auch deine eigenen Golfbälle benützen
- das wieder Einsammeln von Rangebälle auf der Range ist nicht gestattet
- übe auf der Range nur in den durch Seile gekennzeichneten Bereiche
- vermeide unnötig tiefe Divots
- nach dem Training, lasse keine Übungsbälle am Übungsgrün liegen
- im Übungsbunker, beseitige nach dem Üben alle Spuren
- verlasse den gesamten Übungsbereich so sauber wie du ihn vorfindest
- trage den Ballkorb nach dem Training zum Ballautomaten zurück
- nimm Rücksicht auf andere SpielerInnen und verhalte dich angemessen beim Üben
Am 1. Abschlag vor der gemeinsamen Runde wünscht man sich …..
Schönes Spiel!
Am 18. Grün nach der Runde bedankt man sich für das Spiel …..
Vielen Dank für das Schöne Spiel!

